Schnell noch ...

Die moderne Frau in ihrer Doppel- und Dreifachbelastung als Hausfrau und Mutter und Autorin, hat von morgens bis abends damit zu tun, ihre vielen Aufgaben unter einen Hut zu bekommen. Dabei gibt es eine Wendung, eine Zauberformel, die ihr dieses schwierige Unterfangen erst möglich macht. Sie heißt „Schnell noch.“

Wenn in aller Herrgottsfrühe die Kaffeemaschine gurgelt und der Toast langsam seine goldbraune Röstung erfährt – zu dunkel ist schädlich –, sitzt Frau nicht etwa mit der Zeitung in der Hand am Tisch, sondern rast in den Keller, um schnell noch die Wäsche aufzuhängen, die sie am Abend zuvor der Waschmaschine anvertraut hat.

Auf dem Weg zurück in die Küche, sammelt sie schnell noch diverse Gläser und Tellerchen ein, die Familienmitglieder auf Fensterbänken, Bücherborden und ähnlichen Örtlichkeiten abgestellt haben. Das wohlverdiente Frühstück folgt, wonach schnell noch die Geschirrspülmaschine bedient, der Einkaufszettel geschrieben und ein dringendes Telefonat erledigt werden. Aufbruch zum Einkauf. Dabei schnell noch geschaut, ob Kleidung für die Reinigung mit muss.

Wieder zu Hause angekommen, geht es an die Arbeit.

Schreiben,
schreiben,
schreiben.

Spät am Abend, drei Minuten vor Beginn des TV-Programms, erinnert sie sich, dass die Hemden von der Wäscheleine aufs Bügelbrett müssen, wobei sie merkt, dass schon genügend neue Schmutzwäsche bereit liegt, die sie schnell noch in die Waschmaschine stopft, damit der morgige Tag genau wie der heutige beginnen kann.


# | Karin Baseda-Maass am 23. Januar 2009 | 12:11 Uhr | 0 Trackbacks | Druckversion




Ungeliebter Stoffwechsel

Haben Sie auch immer solche Probleme mit dem Stoffwechsel?
Also mir geht es gerade wieder richtig schlecht. Nicht, dass ich deswegen zum Arzt rennen würde, nein, so schlimm ist es dann doch nicht.
Aber ehrlich gesagt: Es graut mir davor.
Obwohl ich in meinem langen Leben doch nun schon einige Übung darin haben sollte, wird es in jedem Jahr schwieriger. Da gibt es nur eins: Kleiderschrank öffnen und ran!

Denn da hängen sie noch, all die schönen Sommersachen. Leinenblazer, Baumwollpullis, kurze Röcke und duftige Kleider: Alles raffe ich zusammen befördere es in die hintersten Ecken.
Ich brauche Platz für die Herbst- und Wintergarderobe.
Warme Jeans, Strickjacken und all die anderen dicken Sachen, die in der nächsten Zeit wieder den Körper wärmespendend verhüllen werden.
Wollstrumpfhosen statt Söckchen, gefütterte Stiefel statt Sandalen.
Handschuhe, Schals und Mützen, Hatschi, wie das staubt! Das ist echte Arbeit!
So sagt das Lexikon zum Stichwort "Stoffwechsel" auch "Die Stoffwechselprozesse verbrauchen Energie."
Stimmt!
Ich brauche eine Belohnung. Gleich morgen werde ich mir mal anschauen, was die neue Mode so zu bieten hat. Denn es wird sein wie in jedem Jahr: Mein Stoffwechsel verbraucht nicht nur Energie, sondern auch eine Stange Geld.

# | Karin Baseda-Maass am 12. September 2008 | 17:42 Uhr | 0 Trackbacks | Druckversion




Der allerschönste Biergarten

Die Sonne und ein paar Regengüsse haben es geschafft: Es grünt und blüht, dass es eine Lust ist. Bunte Farbtupfen und sattes Grün, wohin das Auge blickt. Doch wir müssen diesen Augen-schmaus mit Geschöpfen teilen, denen das Schauen nicht genug ist.
Ich sage nur: Schnecken.
Diese glitschigen Kriechtiere halten sich tagsüber hinterlistig versteckt und fressen über Nacht völlig ungeniert und haltlos die mühsam eingepflanzte Gartenpracht weg. Ratzekahl.
Das darf nicht ungeahndet bleiben.

Und weil ich hier nicht nur zur Unterhaltung schreiben möchte, sondern zum Nutzen meiner
hoch verehrten Leser, ja zu Ihrem Wohl, gebe ich gern das Patentrezept bekannt.
Ab sofort ist die Jagd-Saison eröffnet. Sie werden fette Beute machen. Mit Bier.
Auf diese herbe Flüssigkeit sind Schnecken scharf. Verdammt scharf.
Sie gehen alle in die Falle. In die Bierfalle.
Selbst Schnecken aus entfernten Nachbargärten werden kommen und lustvoll ertrinken, Sie können Gift darauf nehmen! Aber nie mehr Schneckenkorn.

So mancher Hausherr wird am Abend vergebens in seinen Keller gehen, um sein Fernsehbier zu holen; die Hausfrau war schneller. Als patente Gärtnerin weiß sie längst Bescheid: Zwischen Tulpen und Narzissen pflanzt sie weiße Bierblumen. Und dabei macht sie keine halben Sachen! Sie weiß: Man muss in die Vollen gehen, wenn es klappen soll. Immer schön abwechselnd: Pflanze, Marmeladenglas, Pflanze, Marmeladenglas. Wenn die leeren Marmeladengläser aus-gehen sollten, können es auch andere Gläser sein. Senfgläser, Saftgläser, Zahnputzbecher. Selbst Plastikbecher erfüllen den Zweck.
Nach dieser Rücken plagenden Pflicht, folgt die Kür: Man fülle Gerstensaft in die Gläser und hat, na denn Prost! den allerschönsten Biergarten.

# | Karin Baseda-Maass am 03. Mai 2008 | 10:00 Uhr | 0 Trackbacks | Druckversion




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Alle beisammen

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Wandern. Zu Fuß die Welt erkunden: Für viele Menschen ist dies die beglückendste Art des Reisens. Was man dabei erleben kann, ist von namhaften Schriftstellern und mehr oder weniger bekannten Wanderern oft beschrieben worden. Die Idee, möglichst viele von ihnen in einem Buch zu Wort kommen zu lassen, kam mir - wie sollte es anders sein - beim Wandern.

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